Armenien

Erfahrungsbericht

Erweckung in Amre Taza

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Martik – BibelBote mit 10-köpfiger Familie

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Gewichtheben und Predigen

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Erweckung in Amre Taza

 

Boris, ein heute 48-jähriger Armenier mit kurdisch-jesidischer Abstammung,war dem Alkohol verfallen. Er trank bis zu fünf Flaschen Wodka am Tag. Viele Männer des Dorfes Amre Taza waren Alkoholiker. Sie gehörten zur Religionsgemeinschaft der Jesiden. In Armenien leben 20.000 bis 30.000 kurdische Jesiden.Das Jesidentum hat seine Ursprünge vermutlich in alten persischen Kulten.Jesiden glauben an eine Seelenwanderung, deshalb haben Totenzeremonien und Ahnenverehrung einen hohen Stellenwert, auch Tieropfer gehören nach wie vor zum Ritus. Das jesidische Kastensystem verbietet die Heirat zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kasten, der Beruf aber kann frei gewählt werden. Die Heirat mit Andersgläubigen bedeutet für Jesiden den Austritt aus der Religionsgemeinschaft. In den kurdischen Dörfern Armeniens praktizieren viele Jesiden auch eine Form der Satansanbetung, die sonst eher untypisch für ihre Religion ist. Frauen haben wenig Rechte. Oft werden sie von ihren Männern schlecht behandelt.

 

1990 gab es im Dorf Amre Taza keinen einzigen Christen. Im Jahr 2011 sind von 240 Dorfbewohnern mehr als 200 Nachfolger Jesu. Es begann alles mit der Beerdigung einer alten Frau, die Christin war, aber vorher nicht in diesem Dorf wohnte. Bei dieser Beerdigung sprach der Sohn der gestorbenen Frau mit Boris über seinen Glauben. Boris wollte sich eigentlich bei der Beerdigung nur betrinken, doch Gott hatte andere Pläne. Der Gast erzählte ihm vom Evangelium und empfahl ihm, eine Gemeinde in einem Nachbardorf zu besuchen. Mit zwiespältigen Gefühlen ging er Wochen später dorthin. Der Gemeindeleiter schenkte ihm ein Neues Testament und wenig später wurde Boris Christ. Heute leitet er die Dorfgemeinde und predigt auch zu Kurden in Georgien und der Türkei. Viele Dorfbewohner haben von den Kursen der Bibel Liga profitiert und eine Bibel bekommen. Der Glaube an Jesus Christus hat dieses Dorf verändert. Aber viele Dörfer haben bis heute noch keine sichtbare lebendige Gemeinde Jesu.

 

Martik – BibelBote mit 10-köpfiger Familie

 

13 Personen. 2 Räume. Ein leichter Vorhang trennt die beiden Zimmer. Das sind die häuslichen Grunddaten von Martiks Familie. Der 37-jährige Armenier lebt mit seiner Frau Angela, 10 Kindern und seiner Mutter knapp 40 km von der Hauptstadt Jerewan entfernt in einem Dorf mit ca. 5.000 Einwohnern.

 

Martik wird im Alter von 19 Jahren ein Nachfolger Jesu. Ein Heilungswunder begleitet diese Zäsur. Er sagt: „Ich wäre gar nicht auf den Gedanken gekommen, für eine Heilung meiner epileptischen Anfälle und meines regelmäßig wiederkehrenden Fiebers zu beten, aber Gott hat mich einfach in seiner Großzügigkeit beschenkt.“

 

Martik hat in den letzten Jahren einige Bibelstudiengruppen in Zusammenarbeit mit der Bibel Liga gegründet. Jeden Sonntag geht er mit seiner Familie zur Gemeinde. 3 km hin. 3 km nach Hause. Er leitet die Jugendgruppe der Gemeinde und legt alle Wegstrecken zu Veranstaltungen oder für Hausbesuche zu Fuß zurück. 2 Mal im Monat leitet er eine Bibelgruppe in einem 40 km entfernten Dorf. Die Strecke bewältigt er weitestgehend mit dem Bus, sofern es seine Finanzen zulassen. Sonst muss er absagen. Dreimal in der Woche versammelt er seine ganze Familie zum Singen, Beten und zum biblischen Unterricht.

 

Auf die Frage nach konkreten Gebetsanliegen antwortet er: „Betet dafür, dass meine Familie und ich Gott bis an unser Lebensende treu bleiben. Ich will immer mehr von Christus erkennen und ihm mit Freude nachfolgen.“

 

Mit welchen Herausforderungen hat Martik zu kämpfen? Pro Monat hat er ca. 150 Euro für seine 13-köpfige Familie zur Verfügung, nötig wären aber allein für das Essen seiner Familie ca. 225 Euro. Erschwerend kommt dazu, dass sie auf ihrem Grundstück keinen Wasseranschluss haben. Gemüseanbau ist dadurch unmöglich, weil die Pflanzen ohne zusätzliche Bewässerung bei der gleißenden Hitze im Sommer vertrocknen. Er unterhält gemeinsam mit einem Freund im nächsten Dorf einen kleinen Garten. Dort kann er manches für den Eigenbedarf anpflanzen.

 

Bei Martiks Familie herrscht eine friedvolle und freundliche Atmosphäre. Die Kinder werden ernst genommen und sie helfen sich gegenseitig. Es erscheint mir schlüssig, dass Psalm 127,3 einer von Martiks Lieblingsversen ist: „Kinder sind ein Geschenk des Herrn, sie sind ein Lohn aus seiner Hand.“

 

Gewichtheben und Predigen

 

Grigor ist Trainer für Gewichtheber. Und Pastor der Baptistengemeinde in Ararat-Town. Die Trainingsbedingungen in der lokalen Sporthalle sind alles andere als gut, aber die Gruppe um Pastor Grigor ist erfolgreich. Einige seiner Schützlinge sind armenische Meister in ihrer jeweiligen Alters- und Gewichtsklasse. Davit Muradyan, ein junger Christ, wurde bei der Junioren-Europameisterschaft vor zwei Jahren Europameister. Grigor gilt als ein hervorragender Trainer und wird als Pastor geschätzt.

 

Die Gemeinde in Ararat-Town ist durch unterschiedlichste Aktivitäten in Kontakt mit Menschen ihrer Stadt. Einige Frauen bieten Kochkurse für Studenten an, andere laden zum gemeinsamen Singen oder Musizieren ein, wieder andere organisieren Ferienlager oder laden Jugendliche zum Basketballspiel auf einem Hartplatz ein. Regelmäßig finden missionarische Bibelkurse mit Unterstützung der Bibel Liga statt. Die Gemeinde von Pastor Grigor ist in ihrer Stadt verwurzelt. Sie ist Hoffnungsträger und „Kolonie des Himmels“.