Russland

Reisebericht

Jesus erfüllt das Haus - Eindrücke einer Sibirienreise

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Erfahrungsbericht

Alessia - Lehrerin, Missionarin und Pionierin des Glaubens

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Erfahrungsbericht

Sibirien - Zwei Frauen geben nicht auf

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Erfahrungsbericht

Verfolgung in Sibirien

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Resultate 2009

Bibel Liga Ergebnisse aus Russland

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Jesus erfüllt das Haus - Eindrücke einer Sibirienreise

 

19.20 Uhr: Ein kleiner Hund begrüßt uns mit verschüchtertem Bellen. Kurz danach tritt eine ältere Frau durch die Eingangstür des baufälligen Hauses. Ihre Augen leuchten. Sie strahlt etwas von Jesus aus. Eines der beiden Zimmer des Hauses wird für Gemeindeversammlungen genutzt. Es ist ca. 8 x 7 Meter breit. Zwei alte Frauen warten schon. Die ältere fängt an, in gebrochenem Deutsch von Gottes Treue und Gnade zu singen. Anina, die Frau mit den leuchtenden Augen, kam im Jahr 2000 nach einer Bibelschulausbildung nach Togul. Ihr Sohn – damals kein Christ – hatte sich dort niedergelassen. Damals gab es hier noch keine Gemeinde. Anina verschenkte auf dem Marktplatz Bücher und erzählte von Jesus. Kurze Zeit später taufte sie die ersten Jesusnachfolger. Auch ihren Sohn und seine Familie. Freudig zeigt sie uns ihr Projekt-Philippus-Zertifikat als ausgebildete Bibel Liga Kleingruppenleiterin. Dann führt sie uns in ihre kleine Küche. Sie hat ein köstliches Abendessen vorbereitet: Tomaten mit frischen Kräutern, Pelmeni (russische Maultaschen), Nudeln und Geflügel, Erdbeeren, Kekse, … Während wir essen, füllt sich der Gottesdienstraum. Anina erzählt, gerade sei eine Frau gekommen, die nicht zur Gemeinde gehört und für die sie schon lange gebetet und gehofft hat, dass sie heute ihr Herz für Jesus öffnet. Es kommt ein weiterer Gast, vom dem sie sagt, er sei sehr skeptisch gegenüber dem Glauben. Auch für ihn hat sie gebetet und ist voller Hoffnung. Ihr Sohn Krischa tritt an unseren Tisch. Seine freundliche Ausstrahlung fällt auf. Er leitet die Gemeinde, hat sieben Kinder. Oft kann er nicht zuhause sein, weil seine Arbeit mehr als 150 km entfernt ist. Mittlerweile sind fast 30 Personen versammelt. Die Geschwister gehen sehr liebevoll mit einander um. Die Altersspanne reicht von 2 bis über 85 Jahren. Um 20.30 Uhr beginnt der Gottesdienst. Die Jugendgruppe singt Lieder, Kinder tragen Gedichte vor, eine Frau liest einen Psalm, sechs Gemeindeglieder berichten von ihrem Weg zu Jesus. Manche kommen aus schwierigen Familiensituationen, einige waren alkoholabhängig. Valentin, der Koordinator der Bibel Liga für die Altai-Region, berichtet über die dortige positive Entwicklung des Missionsdienstes. Das Haus ist erfüllt von großer Dankbarkeit. Micha Münster, sichtlich bewegt, attestiert der Gemeinde, dass sie ein lebendiges Beispiel für Epheser 5, 19–20 ist. Die Gemeindeglieder fragen uns, wie „Russlanddeutsche" in Deutschland leben, wie wir unsere Kinder erziehen, wie der Zustand der Gemeinden ist, wie hoch die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist, ob wir in der Schule das Evangelium erzählen dürfen, … Zwischendurch wird immer wieder herzlich gelacht. Wir schließen den Gottesdienst mit Gebet. Die sibirischen Christen beten für die Situation in Deutschland, während wir ihre Anliegen vor Gott bringen. Es ist kurz vor Mitternacht. Was für ein Gottesdienst!

 

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Alessia - Lehrerin, Missionarin und Pionierin des Glaubens

 

Alessia wächst in einer sibirischen Stadt auf. Während ihrer Studienzeit erkrankt sie an einer heimtückischen Nervenkrankheit und macht sich in ihrer Not auf die Suche nach Gott. Kurz nachdem sie Christin wird, heilt Jesus sie von ihrer Krankheit ohne Zutun der Ärzte. Sie beendet ihr Studium und bekommt eine Stelle als Lehrerin in Kosul, einem Bergdorf in der Republik Altai. In dem ärmlichen Dorf mietet sie sich ein Zimmer und stellt bald fest, dass sie die erste Jesus- Nachfolgerin am Ort ist. Nur einigen Nachbarn vertraut sie ihre Lebensgeschichte an, ihr schlägt viel Skepsis entgegen. Für die meisten Menschen hier ist es undenkbar den eigenen überlieferten Geisterglauben zu verlassen, es käme einem Verrat am Vaterland gleich. Alessia kann mit zwei Nachbarinnen über den Glauben sprechen und es dauert nicht lange bis auch sie Jesus nachfolgen. Eine Bibel Liga- Schulung ermutigt sie, weitere missionarische Schritte zu gehen. Außerhalb des Unterrichts spricht sie mit einzelnen Schülern über den Glauben und beantragt die offizielle Registrierung eines Hauskreises. Der Antrag wird abgelehnt. Aber sie macht weiter. Heute, zwei Jahre nach ihrer Ankunft, gibt es in Kosul eine kleine Gemeinde mit 18 getauften Menschen. Die Gemeinde hat inzwischen sogar die offizielle Registrierung erhalten. Gott wirkt weiter.

 

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Sibirien - Zwei Frauen geben nicht auf

 

Eremino ist ein Dorf wie viele andere in der Region Nowgorod. Zwei Frauen des Dorfes hatten mit Hilfe von Projekt Philippus zum rettenden Glauben an Jesus gefunden. Ihre beiden Ehemänner waren Alkoholiker. Ob ihr Glaube irgendetwas in ihren Familien oder ihrem Dorf verändern könnte? Sie kannten keinen einzigen Christen in Eremino, und die meisten Leute im Dorf sahen Bibellesen als etwas Sektiererisches an. Sie beschlossen, sich jeden Abend zum Bibelstudium und zum Gebet für ihre Verwandten und Nachbarn zu treffen. Einer der Ehemänner verbot seiner Frau, dorthin zu gehen. Ein paar Tage später wurde er sterbenskrank. Er bat seine Frau, ihm aus dem Neuen Testament vorzulesen. Jeden Tag hörte er nun die Geschichten von Jesus und erkannte, dass Jesus der Retter der Welt ist. Bevor er starb, konnte er dem Wort Gottes Glauben schenken und gab sein Leben in Gottes Hand.

Innerhalb eines Monats erlebten die beiden Christinnen ein Wunder: Zehn Nachbarn wollten unbedingt an ihrer Bibelstudiengruppe teilnehmen. Die früher gegen sie waren, beteten jetzt gemeinsam mit ihnen. Auch Christen aus benachbarten Orten schlossen sich ihnen an. Aus der kleinen Zweiergruppe ist inzwischen eine neue Gemeinde geworden!

 

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Verfolgung in Sibirien

 

Sergey, 33 Jahre alt, verheiratet, Vater einer Tochter, ist Pastor und erhielt seine Gemeinde- gründerausbildung durch die Bibel Liga. Als Jugendlicher saß er wegen diverser Delikte mehrere Jahre im Gefängnis. Gott bewahrte ihn vor Selbstmord. Nachdem er sein Leben Jesus zur Verfügung gestellt hatte, wird er von einer Fußlähmung geheilt. Seine Berufung zum Pastor erhielt er während eines Kuraufenthalts im Zusammenhang mit einer Tuberkulose- Erkrankung. Er erzählt: „Als ich nach Chemal (Republik Altai / südliches Sibirien) kam sah ich, wie dringend diese Menschen Jesus brauchen. Der orthodoxe Priester konnte nicht helfen, er war selber Alkoholiker. Ein befreundeter Pastor forderte mich heraus: Warum sollte Gott nicht gerade Dich für den Missionsdienst hier berufen? Wenn dein Herz brennt und du für diese Menschen betest – dann bist du es, der dorthin gehen sollte! Ich ging in Diskotheken und sprach mit jungen Menschen, denen die Traurigkeit und Verzweiflung ins Gesicht geschrieben stand. Schon nach kurzer Zeit kam erheblicher Widerstand. In der Zeitung wurde öffentlich vor mir gewarnt und ich wurde als religiöser Verführer verleumdet. Männer aus Chemal schlugen mich mehrmals zusammen. Einmal musste ich mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Wenig später drohten andere Männer, mich umzubringen, wenn ich Chemal nicht schnellstmöglich verlassen würde. Wegen ihrer Drohungen wagte ich nicht zu heiraten. Ich konnte meine Frau diesem Risiko nicht aussetzen. Ich war verzweifelt, hörte aber nicht auf, das Evangelium zu predigen. Ich wusste, dass Gott diese Menschen liebt. Oleg, ein Jäger aus Chemal, wollte mich dreimal erschießen. Seine Frau war zum Glauben gekommen und er war darüber sehr erbost. Oft kam er betrunken zum Bethaus, störte die Versammlung und rief, er würde das Haus anzünden und mich erschießen. Doch Gott schenkte mir Bewahrung. Kurz nach dem dritten Mordversuch kam er in die Gemeinde und bekannte seine Sünden. Heute ist er stellvertretender Leiter unserer Gemeinde. Gott tut Großes."

Männer und Frauen wie Sergey sind bereit, an gefährlichen Orten Gemeinde zu bauen. Mit Ihrer Hilfe kann die Bibel Liga solche Geschwister durch erfahrene Gemeindegründer ausbilden. Dies geschieht durch modulare Blockseminare und seelsorgerliche Begleitung. Helfen Sie mit. Für monatlich 50 Euro finanzieren Sie einen Teil der 1- jährigen Gemeindegründerausbildung inklusive Bibeln und Verstehenshilfen, die im Rahmen dieser Aufbauarbeit eingesetzt werden.

 

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Bibel Liga Ergebnisse: Russland 2009

Anzahl verbreiteter Bibeln und Schriften

327.000

Anzahl der Absolventen von Bibelstudiengruppen

141.931

Anzahl geschulter Bibelkursleiter

10.277

Anzahl neuer Gemeindeglieder

4.554