Ein Tagesablauf in Rezas Leben

Für alle, die in muslimisch geprägten Ländern arbeiten, kann ihr Dienst ein ziemlich gefährliches Unternehmen werden. Nicht so für Reza. Weshalb? Sie ist eine Frau. Sie gilt als „bedeutungslos“ und wird ignoriert. So kann sie ein wichtiges Werkzeug für das Wachstum der Gemeinde Jesu in ihrer Region sein.
4.00 Uhr – Frühstück und Stille Zeit mit Gottes Wort
5.30 Uhr – Aufbruch zu einem dreistündigen Fußmarsch in ein Dorf, wo Reza seit einigen Monaten Gottes Wort an Frauen und Kinder weitergibt. Die Menschen dort bezeichnen sich zwar selbst als Muslime, doch kaum jemand kennt die Lehren von Islam oder Christentum. Reza erinnert sich: „Zu unserem ersten Treffen brachten alle Kinder Alkohol mit!“
8.30–11.00 Uhr – Gemeinschaft mit den Dörflern in Bibelstudium und Singen
11.15 Uhr – Wanderung zu einem nahe gelegenen Dorf, um die dortigen Gemeindeleiter zu ermutigen.
12.30–15.00 Uhr – Nach einem einfachen Mittagessen folgt ein Gemeindetreffen. Reza lernte diese Gemeinde zum ersten Mal kennen, als sie mit einigen der Frauen einen Bibelkurs durchführte. Die Leiter der Gemeinde hatten daraufhin bei diesen Frauen eine schnell wachsende geistliche Reife beobachtet und Reza nun gebeten, diesen Bibelkurs mit der ganzen Gemeinde durchzuführen. „Diese Kirche war zwar fast jeden Sonntag gut besucht“, erklärt Reza, „aber die Leute wuchsen nicht in ihrem Glauben. Nur wenige besaßen Bibeln und verstanden kaum etwas vom Kern der Bibel. Die ganze Gemeinde arbeitete das Bibelkursmaterial durch und jeder erhielt seine Bibel.
15.20 Uhr – Der Heimweg beginnt.
15.40 –17.00 Uhr – Reza besucht auf dem Weg Makarim. Sie bringt ihr Kinderstudienhefte vorbei und ermutigt sie in ihrem Dienst. Makarim war von Reza geschult worden und hatte in ihrem Dorf damit begonnen, Kinder mit Jesus bekannt zu machen. Diese brachten ihre Eltern mit und schon bald waren es 85 Personen, die sich um Gottes Wort sammelten. Schließlich übergab Makarim die Leitung an einen anderen Gläubigen und begann selbst eine neue Gruppe.
17.05 Uhr – Reza setzt den Heimweg fort und betet namentlich für jede einzelne Person, die sie heute getroffen hat.
19.15 Uhr – Sie entfacht ein Feuer in ihrem Holzherd und erhitzt Wasser, um eine Kanne Tee und Couscous (nordafrikan. Gericht) zu kochen.
20.05 Uhr – Abendandacht und Bibellesen.
21.30 Uhr – Ab geht‘s ins Bett – mit einem dankbaren Herzen.
Lange und anstrengende Tage machen Reza nichts aus. „Jeder Mensch, der Jesus sein Leben unterstellt, ist es wert!“, sagt sie. Bei ihren Einsätzen in abgeschiedenen Gebieten schläft Reza gelegentlich auch in Höhlen. Deshalb war sie sehr glücklich und dankbar, als ein Freund ihr kürzlich einen Schlafsack schenkte. Sie schmunzelt: „Der Schlafsack wird mich ein bisschen besser vor den Ratten schützen, die gerne mal an meinen Zehen und Fingern knabbern!“
Beten Sie für Reza und Missionarinnen wie sie, die in einem schwierigen religiösen, politischen oder gesellschaftlichen Umfeld unterwegs sind und Tag und Nacht für Jesus verfügbar sind.
Drei Monate Gebet

Als Kosey seine erste Schulung bei der Bibel Liga beendet hatte, setzte er sich das Ziel, ein bestimmtes muslimisches Dorf mit dem Evangelium zu erreichen. Drei Monate nahm er sich Zeit für das Gebet. Von Tag zu Tag wuchs die innere Spannung. Und auch die Liebe zu den unbekannten Menschen, die er mit der rettenden Botchaft erreichen wolle. Dann nach drei Monaten wanderte er zum ersten Mal zu dem Dorf. Dort wurde er von Dakarai, einem der Leiter dieses Dorfes, empfangen. "Zwei Stunden blieb ich bei ihm. Ich wurde zum Tee eingeladen," erinnert sich Kosey. "Im Verlauf dieser Zeit lud er alle zwölf Mitglieder seiner Familie ein, die hören sollten, was ich zu sagen hatte. Ich zeigte ihnen anhand der Bibel, dass Jesus sie liebt." Als Kosey sich auf dem Heimweg machte, sagte Dakarai: "Ich hoffe, du kommst wieder!" Kosey versprach es und kam nun jede Woche ein Mal in dieses Dorf. Es dauerte nicht lange und seine Bibelgruppe war auf 60 Personen angewachsen. Alle, ob jung oder alt, wollten sie die Wahrheit der Bibel kennen lernen.
Offene Türen nutzen

Reza zieht durch trockene und staubige Land- striche. Gott hat sie beauftragt, die Menschen in diesen einsamen Gegenden aufzusuchen und ihnen zu helfen. Überall möchte sie Gottes Wort bekannt machen. Eines Tages trifft sie auf eine kleine Volksgruppe, deren Anblick ihren Mut sinken lässt. „Die sind ja ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten! Ob die mich willkommen heißen werden?“ Viele von ihnen sind Hirten mit zerzausten Haaren, ohne jeglichen Komfort. Sie leben in äußerster Armut. Reza geht in Dörfer, die von alten Stammesriten beherrscht sind. Sie besucht Gefangene und versucht durch AIDS- Aufklärung speziell die Frauen in den Dörfern zu erreichen. Ihre persönlichen Kontakte öffnen die Türen für das Evangelium. Man vertraut ihr. So organisiert sie ein Treffen. Ein Ehepaar bekehrt sich und hilft mit, Jesus zu bezeugen. „Sie sind alle so durstig nach unserer Botschaft. Sie lieben unsere Lieder, obwohl sie sie noch gar nicht richtig verstehen.“ So finden Menschen die herrliche Hoffnung in Jesus. Ihr Leben verändert sich dauerhaft.
Wenn Tränen fließen

Suluman wuchs in einer streng muslimischen Familie auf und befolgte treu die Grundregeln des Islam. Aber würden die guten Taten reichen, um ins Paradies zu kommen? Er wusste es nicht. Die religiösen Praktiken verschafften ihm keinen Frieden. Er fühlte nichts, wenn er mit Allah redete. Sein Herz blieb leer.
Als Suluman in ein anderes Land des Nahen Ostens ging, um dort eine besser bezahlte Arbeit zu finden, traf er Laviv, einen von der Bibel Liga ausgebildeten Gemeindegründer. Da es gefährlich werden konnte, einem Muslim von Christus zu er zählen, lenkte Laviv nur sehr vorsichtig das Gespräch auf Jesus. Erst als er merkte, dass Suluman wirklich Gott kennen lernen wollte, ging er mit ihm Schritt für Schritt einen Bibelkurs durch. Johannes 14, 6 wurde für ihn zum Schlüsselvers: „Jesus antwortete: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Suluman schaute auf. Er bat Laviv, ihm diesen Vers genauer zu erklären. Nichts tat dieser lieber. Er erzählte ihm die Gute Nachricht von Jesus Christus, dem Retter. In Sulumans Augen sammelten sich Tränen und er bat Laviv, mit ihm zu beten. Als er nach Hause ging, konnte er nicht schlafen. Laviv hatte ihm vorgeschlagen, selbst mit Gott zu reden und ihn zu bitten, ihm den Weg zu zeigen. In ihm tobte ein Kampf der Gefühle – doch noch in dieser Nacht stellte er sein Leben unter die Herrschaft von Jesus. Froh und mutig geworden ließ er sich bald taufen. Seitdem lebt Suluman für Jesus. Mit Feuer in seinem Herzen gibt er die wunderbare Nachricht vom Retter Jesus Christus weiter – so vielen wie möglich.
Wie die Bibel Liga Muslimen dient
1. Gottes Wort und persönliche Beziehungen Die Bibel Liga hat ihr Hauptmissionsprogramm (Projekt Philippus) auf zwei Pfeilern aufgebaut: auf Gottes Wort und persönlichen Beziehungen. Das kommt den meisten Kulturen der Völker Asiens, Afrikas und Zentralasiens zugute: Sie sind sehr gemeinschaftlich ausgerichtet. Entsprechend schulen wir einheimische Gemeindemitglieder, geistliche Verantwortung für einzelne Menschen in ihrer Umgebung zu übernehmen.
2. Schulung von Christen mit ehemals muslimischem Hintergrund In der Vergangenheit hat die Bibel Liga überwiegend Christen mit christlichem Hintergrund geschult, um Muslime zu erreichen. Inzwischen geht sie mehr und mehr dazu über, Christen mit muslimischen Wurzeln missionarisch zuzurüsten – vor allem in Regionen mit hohem muslimischem Bevölkerungsanteil.
3. Neue Gemeinden gründen In Ländern mit hohem Anteil nomineller Muslime schult die Bibel Liga Christen als Gemeindegründer. Sie gehen oft in entlegene Dörfer und an Orte, wo niemand sonst hingeht. Im Rahmen ihrer Arbeit bringen sie oft große Opfer. Sie erleben Angriffe durch Krankheit, Unfälle und verschiedene Formen von Opposition.
Für Muslime beten
Wofür Sie beten können:
- Beten Sie um Weisheit und Bewahrung unserer Mitarbeiter, die ehemalige Muslime als ‚BibelBoten’ schulen und manche von ihnen auch als Trainer für Schulungen ausbilden.
- Beten Sie für die Christen, die von ihrer islamischen Familie verstoßen werden, weil sie Jesus als Herrn anerkennen.
- Beten Sie für die Gemeinden, die verfolgte ehemalige Muslime aufnehmen, ihnen Heimat bieten und sich um ihr materielles Wohl kümmern.
- Beten Sie um eine weit reichende Versorgung mit Bibeln und Bibelkursen.
- Beten Sie für den weiteren Ausbau von Projekt Philippus in Partnerschaft mit Gemeinden und anderen Missionen.
- Beten Sie für eine vermehrte Nutzung digitaler Medien im Nahen Osten, damit Gottes Wort auch über CDs, DVDs, MP3s in die Häuser vieler Muslime kommt. Beten Sie für Onlineschulungen von Christen über das Internet.
- Beten Sie, dass Muslime in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und Multiplikatoren für Christus werden.
Räumen Sie den 1,4 Milliarden Menschen im Islam einen ständigen Platz in Ihren Gebeten ein! Beten Sie wenigstens 1x in der Woche für sie, z. B. am Freitag, dem Feiertag der Muslime. Unsere monatlichen Gebetsinfos aus der weltweiten Arbeit helfen Ihnen, dran zu bleiben.
Bibel Liga Ergebnisse: Naher Osten 2010
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Anzahl geschulter Bibelkursleiter |
550 |
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Anzahl der Absolventen von Bibelstudiengruppen |
41.043 |
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Anzahl der neu gegründeten Gemeinden |
110 |
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Anzahl neuer Gemeindeglieder |
5.339 |




