Mexiko

Erfahrungsbericht

Umgeben von Gangstern

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Reisebericht

Eindrücke einer Mexikoreise von M. Eggert

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Pedro

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Resultate 2010

Bibel Liga Zahlen aus Mexiko

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Umgeben von Gangstern

Quelle: Bibel Liga

 

Paloma`s Nachbarschaft war zum Fürchten: Hass, Drogen und Gewalt waren zum Greifen nahe. Sie selbst fühlte sich als Mittdreißigerin schutzlos ausgeliefert – nur Gott konnte ihr hier beistehen. Doch Gott tat mehr. Er legte in ihr Herz eine große Liebe zu den Verlorenen um sie herum und der Heilige Geist rüstete sie mit Mut und Kraft aus. Paloma fasste Mut, einige der örtlichen Bandenmitglieder zu sich einzuladen. Sie erklärte anhand der Bibelstudienhefte, dass nur Jesus Liebe und Vergebung geben kann. Es dauerte nicht lange, bis es sich herumsprach, dass diese Frau viel von Gott wusste. Weitere junge Bandenmitglieder kamen – zuerst belustigt, doch dann hörten sie zu, Woche für Woche. Heute sucht Paloma ein Haus, in dem sich 45 bis 50 Ex-Bandenmitglieder treffen können. Die Veränderungen reichen hinein bis in die Familien und Freundeskreise und in die ganze Stadt Monterrey. Paloma hilft den jungen Männern, Arbeit zu finden. Alle sind eingebettet in ein Gebetsnetz, das jeden mit seinen eigenen Schwierigkeit en unterstützt und trägt. „Ich liebe die jungen Menschen, die in den Banden ihr Zuhause haben “, sagt Paloma. „Es schmerzt mich zu sehen, wenn sie keine Hoffnung haben und ihr Leben wegwerfen. Ich will, dass sie wieder ein Teil der Gesellschaft werden.“ Viele haben es schon geschafft, durch die Kraft des Worte Gottes und durch den Mut dieser Frau.

 

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Eindrücke einer Mexikoreise von Michael Eggert

Quelle: Michael Eggert

Quelle: Michael Eggert

 

Ein Reisebericht von Michael Eggert, Pfarrer in Hochdorf, Leiter des Projekts „Weimar-Bibel“

Als Pastor Eduardo Osuna mich Anfang März in Los Mochis, Sinaloa, an der Pazifikküste im Norden Mexikos zu einem ersten Treffen aus dem Hotel abholt, begegne ich nicht nur einem Gemeindepastor und dem Leiter des Büros der Bibel Liga vor Ort.  Als würden wir uns lange kennen, umarmt er mich in seiner warmherzigen Art und lässt mich spüren, was es bedeutet, in allen Teilen der Welt Mitglieder der eigenen Familie, der Familie Jesu, zu treffen.

Im Büro zeigt mir Eduardo verschiedene Arten und Übersetzungen von Bibeln und Studienmaterial für das Projekt Philippus. Für Kinder und Erwachsene gibt es je drei Studiengänge, für deren Abschluss der Teilnehmer ein Zertifikat sowie eine Bibel oder ein NT erhält. Darüber hinaus gibt es Schriftenmaterial zu besonderen Themen und Anlässen wie Familie, Krankenhaus oder Trauer. In den Regalen liegen auch Schriften für die Arbeit unter den Tarahumara-Indianern, die in der Kupferschlucht in der Nähe der Stadt wohnen. Mit dankbarem Bedauern zeigt Eduardo im angrenzenden Lager raum, dass die Bestände an Bibeln sehr gering geworden sind und er auf eine baldige Nachlieferung wartet.

Warum dies so ist, merke ich schnell. Während wir uns in seinem Arbeitszimmer direkt neben dem Laden unter halten, kommen Menschen verschiedenen Alters und fragen nach Bibeln. Ich bin erstaunt über das Interesse.  „Das ist normal“, meint Eduardo. „Viele Menschen haben wirklich Fragen nach Gott und lassen sich nicht selten zu einem Bibelseminar einladen.“

Am Abend darf ich an einem Seminar teilnehmen. Familie Cota wohnt direkt gegenüber von Eduardos Haus. Die gehörlose 10jährige Tochter wurde in die Gehörlosengruppe der Gemeinde eingeladen. Durch sie kam schließlich die ganze Familie zum Glauben. Ich werde herzlich in das Haus und in die sich versammelnde Gruppe aufgenommen, die an diesem Abend am Beispiel des barmherzigen Samari ters über das praktische Leben als Christ spricht. In einem etwa 12 m² großen Raum, der zugleich Flur, Wohn- und Esszimmer ist, versammeln sich etwa 15 Personen jeden Alters, auch Kinder und Jugendliche. Jeder redet mit. Es ist schön zu sehen, wie gut die Generationen miteinander auskommen. Ich werde mit herzlichen Grüßen an die Gemeinden in Deutschland verabschiedet.

Eine Woche später begegne ich Adrian Herrera in Chihuahua, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates im Nordwesten Mexikos. Das Büro der Bibel Liga liegt an einer größeren Kreuzung mehrerer Straßen. Auch hier erlebe ich erneut, wie in kürzester Zeit mehrfach Menschen den Laden betreten und nach Bibeln fragen. Adrian hat mit Eduardo Osuna aus Los Mochis in Texas studiert und ist Pastor, arbeitet aber ausschließlich als Multiplikator und Trainer für die Gemeindegründungsbewegung der Bibel Liga. Dadurch ist er sehr viel unterwegs. Er wuchs nahe des Kupfercanyons auf und kennt die Tarahumara-Indianer von klein auf. Es ist nicht leicht, dieser Volksgruppe das Evangelium zu bringen. Sie ist eine von 76 indigenen Völkern in Mexiko. Im Sommer leben die Tarahumaras in den Bergen, im Winter ziehen sie sich in die etwas wärmeren Schluchten zurück. Den noch gehört ein junger Raramuri, wie sie auch heißen, zu seiner Missionarsgruppe. Adrian erzählt mir von den massiven Drogen- problemen der Region. Er versteht seine Arbeit auch als Prävention oder Hilfe zur Überwindung der Sucht und Eingliederung in die Gesellschaft. Viele Mexikaner wollen in die USA abwandern, da sie dort 6,50 $ Mindestlohn für eine Stunde Arbeit bekommen, während in Mexiko 5 $ für den ganzen Tag gezahlt werden. Er selbst muss mit seiner Familie nach Abzug der Nebenkosten mit 400 $ monatlich auskommen. Angesichts seiner vielen Reisen ist das eine Herausforderung. Als wir uns auf dem Busterminal verabschieden und Adrian noch für meine sichere Rückreise betet, merke ich, wie ein neues Band der weltweiten Familie Jesu Christi geknüpft ist. Die wichtigste Botschaft, die ich nach Deutschland mitnehme, ist die Versöhnung der Generationen durch Gottes Wort.

 

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Pedro

Quelle: Bibel Liga

 

Teenager auf der ganzen Welt haben die gleichen Probleme: ,Ich trage einfach nicht die richtigen Klamotten! Ich habe nicht die richtigen Freunde. Wenn ich nur anders wäre!’ Solche Gedanken und Gefühle kannte auch Pedro. Er lebte in einer entlegenen Gegend im Süden Mexikos. Seine Familie sprach kein Spanisch, sondern „nur“ Zapotec, einen jahrhundertealten Dialekt. Dies bekam Pedro zu spüren. Oft musste er mit rassistischen Kommentaren oder Ausgrenzungen fertig werden. In den ersten Jahren half er seinem Vater auf den Feldern, aber irgendwann fühlte er sich wie eingesperrt. Es musste doch noch mehr vom Leben geben! So ging er fort und suchte den Spaß, den andere offenbar hatten. Bald jedoch fand er sich in Sucht und Abhängigkeiten wieder, die ihn über Jahre hinweg quälten. Eine Heirat half ihm nicht heraus. Auch seine Familie nicht. „Ich wollte so gerne anders werden, aber es ging nicht!“ versichert Pedro.

Eines Tages erzählte ihm ein Freund, dass Jesus ihm bei seinen Problemen helfen könne. Dieser Freund hatte sich durch Mitarbeiter der Bibel Liga schulen lassen und gab Pedro ein Johannesevangelium. Dieser staunte nicht schlecht, als er es in die Hand nahm: Es war in Zapotec geschrieben! Dieses Heft veränderte sein ganzes Leben!

Heute ist Pedro glücklich über sein neues Leben. Gemeinsam mit seiner Familie lebt er für Jesus und bekennt wie Josua: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“

 

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Bibel Liga Ergebnisse: Mexiko 2010

Anzahl geschulter Bibelkursleiter

11.129

Anzahl der Absolventen von Bibelstudiengruppen

203.720

Anzahl der neu gegründeten Gemeinden

302

Anzahl neuer Gemeindeglieder

84.129