Maßloser Wut ausgeliefert

„Wir hatten gerade unser Mittagessen beendet, als 30 bis 40 fanatische Hinduextremisten in unser Haus eindrangen. Mein Mann (Pastor der Gemeinde) und mein Sohn hatten sich eine kurze Mittagsruhe gegönnt und schliefen. Wir hatten an einer Wand Bibeln, christliche Literatur und Schriften gelagert. Die Eindringlinge zerrissen wütend alles, was ihnen in die Finger kam und stopften es in einen großen Sack. Sie beschimpften uns. Gleichzeitig forderten sie uns auf, Jesus anzurufen um zu sehen, wie er uns zu Hilfe käme! Sie stießen uns und schlugen uns mit ihren Schuhen. Dann nahmen sie das Geld und den Schmuck, den wir für die Hochzeit unserer Tochter zurückgelegt hatten und unsere Handys. Sie zwangen unsere ganze Familie, mit ihnen zu einem nahe gelegenen Hindu Tempel zu gehen. Den schweren Sack musste mein Sohn auf seinem Rücken tragen. Dort angekommen beschmierten sie unsere Gesichter mit dem Puder, den sie für ihre Gottheiten benutzen. Dabei schlugen sie uns unentwegt. Sie drohten, unser Haus anzuzünden, es zu zerstören und uns aus der Stadt zu treiben. Alle unsere Schriften wurden verbrannt – anschließend erstatteten sie gegen uns Anzeige. Alle vier wurden wir von der Polizei eingesperrt. Meine Tochter und ich kamen in ein anderes Gefängnis als mein Mann und mein Sohn. Aber wir konnten nicht anders, als Gott auch im Gefängnis laut zu loben und den anderen Insassen von der Liebe Gottes zu erzählen. Man hatte gehofft, uns im Gefängnis festhalten zu können. Aber wie durch ein Wunder wurden wir mit einer Kaution freigelassen. Zweimal im Monat müssen wir nun auf der Polizeistation Bericht geben.“
(Aus dem Bundesstaat Karnataka)
Weihnachten beim Volk der Hakki-Pikki

Arshad traf seine Entscheidung: Ja, er würde in das entlegene, kaum erschlossene Gebiet gehen, zum Volk der Hakki-Pikki. Etwa einhundert von ihnen hatten gerade ihr allererstes Weihnachten mit Gottes Wort gefeiert – sie brauchten ihn jetzt! Verschiedene einheimische Gemeindeleiter hatten sich von der Bibel Liga für das Zeugnis von Jesus zurüsten lassen und halfen insgesamt 342 Menschen in dieser Region, einen Bibelkurs zu absolvieren und den Glauben an Jesus zu entdecken. Arshad sah seinen Auftrag darin, junge Christen wie diese zur Jüngerschaft anzuleiten; außerdem wollte er noch weitere Leiter in sechs anderen Kirchen schulen. Arshad wusste, dass zwar die Tiger keine Gefahr mehr darstellten, weil sie wegen häufiger Dürreperioden aus diesem Gebiet ausgewandert waren. Aber es lauerte die Gefahr von Attacken antichristlicher Gangs. Doch das sollte ihn nicht daran hindern, diese Gläubigen mit Bibeln und Bibelschulung zu versorgen. Er wollte nicht daran schuldig werden, den Menschen hier Gottes Wort vorzuenthalten.
Zu Arshads Freunden im Hakki- Pikki-Stamm zählt auch Janya. „Ich komme aus einer sehr niedrigen Kaste“, erzählt sie. „Die Menschen in unserem Volk beachten uns überhaupt nicht. Als mein Mann starb, verlor ich alle Hoffnung.“ Janya wollte ihrem Leben ein Ende setzen. An diesem Tag sandte Gott einen Mitarbeiter mit der ermutigenden Botschaft des Evangeliums zu ihr. Sie nahm Christus an und bekam jetzt sogar die Stärke, die Menschen ihres Stammes, die sie vorher abgelehnt hatten, mit der frohen Botschaft bekannt zu machen! Das berichtete sie Arshad. Arshad, Janya und viele andere aus ganz Indien grüßen mit „Subh Krisamas!“ („Frohe Weihnachten“ auf Hindi).
Kinder in Tamil Nadu - Eindrücke einer Indienreise

Es ist kurz vor 6 Uhr morgens. Ich befinde mich gemeinsam mit Rajendran, dem Leiter der Bibel Liga in Südindien, auf der Autofahrt von Trichy im Bundesstaat Tamil Nadu in Richtung Süden in den Madurai Distrikt. Unterwegs auf dem Land machen wir einen kurzen Halt. Wir frühstücken in einem kleinen baufälligen Haus. Auf abgewaschenen Bananenblättern wird würzig Vegetarisches serviert. Das Frühstück besteht aus Nan (fladenartiges Brot aus gesäuertem Teig), und Puri (frittiertes Fladenbrot), die in unterschiedliche Saucen getunkt werden. Zusätzlich steht dampfender Reiskuchen (Idlis) mit Linsengemüse und frischen Chutneys auf der Speiseliste, dazu gibt es Chai (schwarzen Tee).
Auf der Fahrt erzählt mir Rajendran von den Herausforderungen und Nöten in dieser Region. Er berichtet davon, dass immer noch viele neugeborene Mädchen kurz nach der Geburt von den Eltern umgebracht werden. Die Angst vor hohen Mitgiftkosten, die vielerorts bei der Heirat einer Tochter immer noch auf die Eltern zukommen, lassen sie zu Mördern werden. Vor uns erscheint in flacher Umgebung ein massiver Berg. Auch hier weiß Rajendran von einer traurigen Geschichte zu berichten. Vor ca. 3 Jahren stürzte sich hier ein junges Pärchen in die Tiefe. Ihr Problem: Sie wollten heiraten, obwohl sie unterschiedlichen Kasten angehörten. Eltern, Verwandte und Hindupriester lehnten die Hochzeit trotz Androhung des Selbstmordes kategorisch ab. Ich bin erschüttert.
Kurze Zeit später kommen wir in der Stadt Vandioor an. Dort gibt es noch keine Gemeinde. Ein Gemeindegründer, der von der Bibel Liga ausgebildet wurde, hat in diesem Jahr zum ersten Mal Kinder zu einer Bibelwoche eingeladen. Im Zentrum der Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern gibt es eine offene kleine Halle. Ca. 80 Kinder warten dort auf uns. Die Loblieder tragen sie mit Bewegungen vor. Ihre Begeisterung steckt mich an. Später beten wir gemeinsam. Ich bin beeindruckt, wie ernsthaft die Kinder kniend zu Jesus beten. Neben einzelnen Müttern schauen uns auch einige Kühe zu. „Im Alter zwischen 5 und 12 Jahren ist die Aufnahmefähigkeit von Hindukindern für das Evangelium am höchsten“, so Rajendran auf dem Weg zu einer weiteren Bibelwoche in Vandioor. Die Kastenlosen (Dalits) wohnen in einem anderen Teil der Stadt. Eklatant: Auf der einen Straßenseite gibt es mehr als 1.500 einfache Behausungen ohne Strom, auf der anderene Straßenseite ist Strom vorhanden – für die höheren Kasten. Wir kommen bei den Dalits an. Die Kinder stecken uns eine Rose als Begrüßungsgeschenk zu. Wir sitzen unter Bäumen zwischen den Häusern. Temperaturen von über 40 C. Das Wasser läuft an der Stirn herunter. Die Kinder singen Lieder mit großer Begeisterung. Sie loben einen Gott, den sie bisher noch nicht richtig kennen. Alle hier kommen aus hinduistischen Elternhäusern. Jetzt erzählen einige, was sie in den letzten Tagen gelernt haben, sie berichten von Bibelversen, die für sie eine Bedeutung bekommen haben. Keiner von ihnen hat bisher eine Bibel. Sie arbeiten mit Projekt Philippus Bibelkursen. 100.000 Kinder werden in diesem Sommer an Bibelwochen teilnehmen, von der Bibel Liga mit Literatur und Training versorgt. Immer wieder schauen mich die Kinder mit großen Augen an. Wollen mich berühren. Wollen mir die Hand geben. Rajendran stellt Fragen zu Bibeltexten, sie geben Antworten. Überall auch neugierige Erwachsene und herumstreunende Hunde.
Wir fahren nochmals 40 Minuten weiter. Jetzt ist es kurz vor 12 Uhr. In einer Art Turnhalle treffen wir auf ca. 300 Kinder. Um 9 Uhr hat das Programm begonnen. Die Helferinnen und Helfer der Kinderbibelwoche haben alle Hände voll zu tun, die lebendige Schar zu „bändigen“. Hier gibt es auch ein gemeinsames Mittagessen. Eine logistische Meisterleis tung: Nach ca. 15 Minuten haben alle Kinder etwas Reis und Gemüse auf ihrem Bananenblatt vor sich. Gegessen wird hier mit den Händen. Nach dem Essen spielen wir vor der Halle. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Die Kinder wollen uns nicht ziehen lassen, aber der Weg nach Trichy ist noch weit. Voller Freude über das Erlebte brechen wir auf. Ich habe die Gewiß heit, dass unsere Hilfe ankommt – genau dort,wo Kinder und Erwachsene vom Heiligen Geist vorbereitet wurden.
Für Indien beten

Wofür Sie beten können:
- Indien hat nach Indonesien und Pakistan die drittgrößte Einwohnerzahl von Muslimen in der Welt (130 Mio.). In Andhra Pradesh, dem Bundesstaat mit dem höchsten Bevölkerungsanteil von Muslimen, arbeiten wir mit einem Pilotprogramm zur Schulung von Gemeindegründern, die speziell unter Muslimen Gottes Wort verbreiten.
- Indien hat noch viele große Volksgruppen ohne eine christliche Gemeinde. Beten Sie um Missionare, die bereit sind, diesen Menschen das Evangelium zu bringen.
- In den Bundesstaaten Madhya Pradesh, Chhattisgarh, Orissa, Himachal Pradesh und Gujarat gilt ein Antibekehrungsgesetz, das es Hindu-Extremisten leicht macht, Christen zu verfolgen, besonders jene, die aus den untersten Kasten stammen oder den Kastenlosen angehören. Im August flohen 50.000 Christen in den Dschungel, 13.000 leben in staatlichen Notaufnahmelagern. Mindestens 4.500 Häuser und Kirchen im Bezirk Kandhamal wurden zerstört. Berichten zufolge starben 500 Menschen, zumeist Christen.
- In Varanasi, der heiligen Stadt der Hindus am Ganges, sind in den letzten Jahren etliche christliche Hausgemeinden entstanden. Beten Sie um gute Kontakte der Christen zu ihren Nachbarn.
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monatlichen Gebetsinfos an. Ein kurzes Anliegen für jeden Tag!
Mein Weg vom Hinduismus zu Jesus Christus

„Mein Name ist Raju*. Ich komme aus einer sehr armen Hindu-Familie. Mein Vater starb, als ich die 6. Klasse besuchte. Die darauf folgenden Jahre waren hart. Für das Schulgeld musste ich an zwei Tagen in der Woche arbeiten. Um Geld zu verdienen ging ich nach Abschluss der Schulzeit nach Bombay, wo auch meine Schwester und meine zwei Brüder lebten. Hier war ich sehr unglücklich.
Eines Tages ging ich in einen Hindutempel am Meer. Ich beobachtete, wie die Menschen sich das heilige Wasser über den Kopf schütteten. Hatten sie den Frieden, den ich suchte? Ich nahm allen Mut zusammen und betete: ‚Was immer hier für eine Kraft ist, die komme über mich und schenke mir Frieden.’ Ich trank das heilige Wasser in vollen Zügen und ließ es über meinen Kopf fließen. Als ich aus dem Tempel ging, fing plötzlich mein Kopf an, sich im Kreis zu drehen. Was war das? Ich wurde sehr durstig und trank Unmengen Wasser, ohne dass mein Durst gestillt wurde. Mir wurde unheimlich. Wer wollte über mich die Kontrolle gewinnen? In meinem Inneren sah ich schreckliche Bilder von Vögeln und Feuer, in dem Menschen verbrannten. Wie konnte ich das alles wieder loswerden? Mein Bruder versuchte, mich zu beruhigen – er glaubte an gar nichts.
Da erinnerte ich mich an einen Satz, den meine Mutter zu mir als kleines Kind gesagt hatte. Mit 14 Jahren lag sie sterbenskrank im Bett, als eine Nachbarin, eine Christin, sie besuchte, mit ihr betete und ihr sagte: „Das Blut Jesu gibt Sieg. Vertrau Jesus!“ Sie wurde wieder gesund und schärfte mir später ein: „Diesen Satz merke dir, wenn du mal in Not bist.“ Jetzt erinnerte ich mich wieder daran und ich rief laut: „Das Blut Jesu gibt Sieg!“ Immer wieder schrie ich diesen Satz heraus. Auf einmal trat Ruhe ein. Aber immer wenn ich aufhörte, den Satz zu sprechen, fing das Kreisen wieder an. Ich fiel auf die Knie und schrie: „Jesus, wenn Kraft in deinem Namen ist, wenn du ein Gott bist, befreie mich! Dann werde ich jedem Menschen erzählen, dass du ein Gott bist!“ Ein großes Licht kam über mich. Angst und Dunkelheit wichen. Eine unbekannte Freude erfüllte mich. Friede breitete sich in mir aus. Ich konnte nur fortwährend rufen: Danke Jesus! Danke Jesus! Ich weiß nicht, wie lange ich das tat. Als ich die Augen öffnete, stand eine große Menschenmenge um mich, und mein Bruder sah mich ärgerlich an. Er gab mir eine Ohrfeige und schrie mich an: „Erst bist du von Dämonen besessen und jetzt von Jesus. Sei still!“ Er setzte mich in ein Taxi und fuhr mit mir zu sich nach Hause.

Einen Monat lang durfte ich das Haus nicht verlassen, aber ich wusste, Jesus war in meinem Herzen. Durch ein kleines Fenster sah ich, dass im Haus nebenan Christen wohnten. Ich bat sie um eine Bibel. Ich wollte Jesus kennen lernen. Sie gaben mir ein Neues Testament, und einen ganzen Monat lang las ich darin, von morgens bis abends. Ich las und betete.
Eines Tages kam mein Bruder mit einer Zauberin zurück mit dem Ziel, Jesus aus meinem Herzen zu vertreiben. Ich setzte mich auf den Boden und betete leise: „Herr, offenbare deine Macht.“ Die Zauberin legte einen Totenschädel auf meinen Kopf. Gerade als sie mit Öl an meiner Stirn ein Zeichen machen wollte, sprang sie plötzlich auf, raffte ihre Sachen zusammen und verließ schreiend das Haus. „Ich muss hier raus“, rief sie. „ich sterbe sonst. Eine starke Macht ist in diesem Raum. Ich kann hier nichts tun!“ Mein Bruder hatte ihr viel Geld gegeben, und so jagte er mich wütend aus dem Haus.
Ich suchte mir eine christliche Gemeinde. Meine Familie wollte nichts mehr mit mir zu tun haben, sie hassten mich. Aber in mir wuchs der Wunsch, diesem wahren Gott zu dienen und so verteilte ich nach der Arbeit Traktate. Gott war so gut zu mir. Er schenkte mir die Möglichkeit, eine Bibelschule zu besuchen. So konnte ich fünf Jahre lang als Pastor in einer Gemeinde dienen und arbeitete nebenher, um für meinen Unterhalt zu sorgen. Im Gebet machte Gott mir dann klar, dass er eine andere Aufgabe für mich vorgesehen hatte. Ich sollte Christen für den Missionsdienst schulen. Aber wie sollte ich das tun? Genau in dieser Zeit traf ich einen Leiter der Bibel Liga. Er rief mich in den Dienst nach Tamil Nadu. Inzwischen bilde ich dort schon seit sechs Jahren Christen aus. Gott wirkt mächtig. Jeden Monat absolvieren über 12.000 Menschen einen Bibelstudienkurs und erhalten ein Neues Testament. Und jeden Monat lassen sich mehr als 5000 Menschen taufen und erhalten eine Bibel.“
* Name wurde aus Sicherheitsgründen geändert





