Für schwierige Operationen werden die besten Ärzte aufgesucht. Patienten reisen um die ganze Welt, um von Spezialisten behandelt zu werden. Um aus der Not gerettet zu werden, von der die Bibel spricht, gibt es „unter dem ganzen Himmel“ nur eine einzige Adresse. Nur einen Namen. Nur eine Person. Das ist exklusiv – es schließt alle anderen Namen aus.
Die Rettung, die gemeint ist, befreit aus einer Not, die alle Menschen gleichermaßen betrifft. Denn es heißt im Bibelwort, dass „uns Menschen“ kein anderer Name gegeben ist. Wer Mensch ist, braucht diese Rettung. Das meint alle und gilt für alle. Das ist inklusiv – es schließt alle ein und niemand aus.
Und das Großartige: Hilfe und Befreiung werden sicher in Aussicht gestellt. Nicht nur vielleicht. Ganz bestimmt. Denn unser Bibelwort spricht davon, „Rettung zu finden“. Finden heißt persönlich erfahren. Das ist definitiv – endgültig wahr und unumkehrbar. Verstärkt wird diese Zusage durch den Hinweis, dass dieser Name uns Menschen „gegeben“ wurde. Von Gott. Nicht ein Mensch, sondern Gott hat die Person autorisiert, durch die wir gerettet werden. Es ist Jesus Christus. Er ist Gottes Retter für unsere Welt.
Um was für eine Rettung es sich handelt, sagt unser Bibelwort nicht. Doch lässt es ahnen, dass es sich um die Befreiung aus der schlimmsten Notlage und der größten Lebensbedrohung eines jeden Menschen handeln muss. Der Mensch steckt in einem Dilemma, das ihm – wie nirgends sonst im Leben – seine totale Ohnmacht vor Augen führt. Viele wissen noch gar nicht, wie schlimm ihr Verhängnis ist und leben ahnungslos vor sich hin. Darum muss das Evangelium verkündigt werden.
Rettung wovon? Rettung woraus? Rettung wovor? Rettung wofür? Paulus entfaltet im großen Römerbrief das reiche Evangelium Gottes nach vielen Seiten. Bevor er über Rettung von Schuld und Herrschaft der Sünde spricht, bringt er eine Dimension der Verlorenheit ins Blickfeld, der der Mensch mehr als ohnmächtig gegenüber steht: Es ist Gottes Zorn. „Gott lässt nämlich auch seinen Zorn sichtbar werden. Vom Himmel her lässt er ihn über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen hereinbrechen.“ (Römer 1,18 NGÜ)
Warum? Weil die Menschen Gott nicht die Ehre erweisen wollen, die ihm als Gott zusteht. Weil sie seine Wirklichkeit nicht wahr haben wollen – obwohl sie sein unsichtbares Wesen und seine ewige Macht mit dem Verstand an seinen sichtbaren Schöpfungswerken wahrnehmen. Die Folge: Gott hat sie „dahingegeben“, preisgegeben“ (Römer 1,24.26.28). Er hat sie an das ausgeliefert, was sie gegen ihn und ohne ihn sein wollen und tun. Er hat sie ihren sündigen Gedanken und Leidenschaften überlassen. Der Sünder will sündigen, nun muss er sündigen.
„Erst wollte der Mensch selbstherrlich sein, nun gibt ihn Gott genau in die Arroganz hinein. Der Mensch wollte über sich selbst verfügen, nun muss er über sich selbst verfügen. … Nicht die Sünde ist das Schlimme an der Sünde, sondern dass Gott aktiv auf Sünde reagiert, das ist das Unheimliche und das Beklemmende.“ (Klaus Vollmer) Gott steht willentlich gegen uns. Wir können Dinge bereuen und uns bessern wollen, aber wir können das Preisgegebensein nicht mehr aus der Welt schaffen. Wir können durch nichts und niemand den Zorn Gottes aufheben. Allein das Evangelium kann von Gottes Zorn befreien. Es ist die Kraft, die jeden rettet, der daran glaubt.
Rettende Kraft. Ohne Kraft keine Rettung. Um einen Ertrinkenden aus dem Meer zu retten, braucht es Kraft. Menschliche Kraft. Um einen schwer beschädigten Öltanker abzuschleppen, braucht es Kraft. Maschinenkraft. Um Menschen von der Herrschaft der Sünde, der Macht des Todes und Gewalt des Teufels zu befreien und vor Gottes Zorn zu retten, braucht es ebenfalls Kraft: Göttliche Kraft. Das Evangelium kann Menschen retten, weil es eine göttliche Kraft ist, eine gewaltige Kraft.
Doch diese Kraft kommt nicht großartig und „allmächtig“ zu uns. Im Gegenteil, sie erscheint schwach und ohnmächtig, zerschunden und unansehnlich. Sie geht vom gekreuzigten Messias aus. Sie strömt aus Jesu Wunden. Als der heilige allmächtige Gott sich mit der sündigen Welt versöhnte, als er seinen Sohn an Stelle von uns verfluchte und richtete, als Gott sich selbst zum Opfer in die Verlorenheit des gottlosen Menschen hinein gab – da setzte er seine größte Macht und Kraft ein. Diese Kraft hebt den Zorn Gottes auf. Diese Kraft bezwingt die Hölle des Menschen. Diese Kraft schließt für immer an Gottes Liebe an. Seitdem gilt: Wenn die „Botschaft von Christus und seinem Tod am Kreuz“ verkündigt wird, „erweist sich Christus als Gottes Kraft“. (1. Korinther 1,17.24 NGÜ).
Das Evangelium ist keine bloße Information über etwas, was Gott in Jesus getan hat, dem ich Glauben schenke oder nicht. „Wenn das Evangelium von Christus verkündigt wird, wirkt eine göttliche Kraft, die es sonst nirgendwo in der Welt gibt.“ (Klaus Vollmer) Wer immer dem Wort vom Kreuz glaubt, erfährt die besondere Kraft des Kreuzes. Sie bringt ihm Rettung und Versöhnung, Befreiung und Frieden. Wer dagegen dem Evangelium Glauben und Gehorsam verweigert –weil er dieses für Unsinn hält oder als unmöglich abstempelt – bleibt verloren.







