Lebensworte

Kurze geistliche Impulse zu einzelnen BibelCards von Reinhard Kannenberg.

 

 

Geistlicher Impuls

Der Weg ist vorhanden

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Geistlicher Impuls

Echtes Leben

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Geistlicher Impuls

Was ist Wahrheit

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Geistlicher Impuls

Geheimnis Weihnachten

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Der Weg ist vorhanden

Johannes 14,6 stellt einen Höhepunkt im Johannesevangelium dar: „Ich bin der Weg“, antwortete Jesus, „ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.“ Jesus spricht zu seinen Jüngern vom Weg zum Haus des Vaters. „Den Weg, der dorthin führt, wo ich hingehe, kennt ihr ja. ,Herr’, sagte Thomas, ,wir wissen doch nicht einmal, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg dorthin kennen?‘ ,Ich bin der Weg!‘“

Für viele Meinungsmacher ist dieser Satz eine ärgerliche Provokation, eine intolerante Anmaßung. Dabei sollte sich jeder Mensch über dieses Offenbarungswort freuen. Denn es besagt doch: Du kannst wirklich zum Vater gelangen. Es gibt ihn tatsächlich, den Weg Gottes. Schluss mit der Ungewissheit, Schluss mit der Verzweiflung, Schluss mit der Sinnlosigkeit. Die Alternative wäre, dass Gott überhaupt keinen Weg vorgesehen hätte.

Aber der Weg existiert. Das Unmögliche ist möglich geworden. Gott hat einen Weg aus der Sünde gewiesen. Gott hat eine Tür geöffnet, den Pfad des Todes zu verlassen. Die Alternative wäre, dass Gott die sündige Menschheit im Griff des Todes belassen hätte. Der Weg steht jedem offen. Jedem, der ihn betritt. Die Alternative wäre, dass Gott nur einige Auserwählte zum ewigen Heil zulassen würde.

Zum Vater kommt man nur durch Jesus! Niemand vor Jesus und nach Jesus hat jemals ein so endgültiges und abschließendes Wort an die Menschheit gerichtet. Nicht nur ein Absolutheitsausspruch, sondern ein Absolutheitsanspruch. Eine Proklamation! Die Begründung: Weil Jesus Wahrheit und Leben ist, kann er jeden, der an ihn glaubt, zum Ziel seiner Existenz führen, zum Vater. Darum ist Jesus der Weg.

Anmaßung? Nein, Anmaßung wäre es, „einen anderen Weg zu wollen als den, den Gott nbietet“, und „selbst Gott spielen zu wollen.“
(D. H. Stern)

Echtes Leben

Was ist Leben?

Man muss gut hineinhören in Johannes 14,6: Wenn JESUS das Leben ist, dann ist das, was wir für gewöhnlich Leben nennen, kein Leben. Dann gibt es kein wahres Leben ohne Jesus. Nirgends. Bei Niemand.

Jesus bindet jeden Gedanken in Bezug auf Leben an seine Person. Als mir das mit 17 Jahren – auf der Suche nach dem Sinn des Lebens – aufging, hatte ich nur ein Bestreben: Wenn Jesus tatsächlich die Wahrheit sagte, wenn LEBEN ein Jemand, eine Person war, nämlich ER selbst, dann musste ich IHN haben, um das Leben zu haben.

Bonhoeffer schreibt zu Johannes 14,6: „Aus der Frage, was das Leben sei, wird hier die Antwort, wer das Leben sei. Das Leben ist nicht ein Ding, ein Wesen, ein Begriff, sondern eine Person, und zwar eine bestimmte und einzige Person. Er sagt nicht: ich habe, sondern ich bin das Leben. So lässt sich das Leben niemals mehr von dem Ich, von der Person Jesu trennen.“ (Brevier)

Paulus lehrte es so: Mein Leben ist ein Anderer: Jesus Christus. ER lebt jetzt in mir. Die Person, die ich war, lebt nicht mehr. (s. Galater 2,19.20; Römer 6,3–6) Denn unsere alte Natur mit seinem stolzen Ich wird von Gott nicht am Leben erhalten – immer wieder gereinigt und mit Kraft belebt, so, wie es noch die Gläubigen des Alten Testaments erlebten. Mit Jesus kam etwas völlig Neues. Mit Jesus tauscht Gott Alt (unser bisheriges Leben mit Minus und Plus, Gut und Böse) gegen Neu: Jesus Christus selbst.

Er will unser Leben sein. Mit seiner eigenen Person, mit seinem eigenen menschlich-göttlichen Leben will er in uns leben und unser Leben sein. (Kolosser 3,4) Das klingt radikal. Und das ist es auch: Jesus ist das wahre Leben.

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Was ist Wahrheit

Die Frage nach der Wahrheit ist so alt wie aktuell. Durch Pilatus ist sie berühmt geworden. Jesus hatte zu ihm gesagt, er sei dazu in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeuge zu sein (Johannes 18,37a). Pilatus war schnell mit dem Thema fertig: Aus gerechnet dieser zweifelhafte Angeklagte wollte eine der größten Fragen der Menschheit beantworten können?

So hört auch heute mancher von Jesus – und hört doch gar nicht genau hin. Wie sollte auch ausgerechnet die Minderheit von Christen Entscheidendes zum Leben zu sagen haben! Da könnte ja jeder kommen …

Es kommt aber nicht jeder. Genau genommen kommt mit dieser starken Botschaft nur Einer, Jesus. Damals wie heute. Heute kommt er durch die, die ihn kennen, weil er in ihnen lebt. Andere hat er nicht. Und durch die spricht er. Die gleichen Bibelworte von einem Königreich, dessen König er ist. Kein irdisches Reich. Nicht von dieser Welt. Also: Wahrheit findet man nicht in dieser Welt. Sie ist keine irdische Wirklichkeit. Wahrheit meint eine ganz andere Wirklichkeit. Die Wirklichkeit Gottes!

Für diese Wirklichkeit legt Jesus authentisch Zeugnis ab. Es ist die Wirklichkeit, aus der er selbst kommt. Es ist die Wirklichkeit, die er mit sich bringt. Mehr noch: Diese Wirklichkeit ist er selbst. (Johannes 14,6) Gerade als ihr Zeuge ist er eigens in diese Welt hineingeboren. Die Bibel sagt: „Er, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlich- keit voller Gnade und Wahrheit.“ (Johannes 1,14 NGÜ) Jesus, der ewige Logos, das Mensch gewordene WORT, ist ganz Gottes Gnade und ganz Gottes Wesen und Wirklichkeit.

Die Frage lautet nicht: „Was ist Wahrheit?“ sondern: „Wer ist Wahrheit?“ Die Wahrheit ist JESUS. Nehmen wir Jesus, die Wahrheit, in unser Leben auf?

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Geheimnis Weihnachten

Gott will, dass wir die Wahrheit erfassen, auf die sich unser Glaube gründet. Aber wie unbegreiflich ist diese Wahrheit! Sie tritt zum Weihnachtsfest mit einem Paukenschlag in unsere Welt: „Das Wort wurde Fleisch“ (Johannes 1,14)! Gott ist in Jesus Mensch geworden! Gott – ein Mensch!?

 

Kann der Ewige denn zeitlich werden, der Unsichtbare sichtbar, der Unnahbare greifbar? Bis Weihnachten war alles „im Lot“: Gott war Gott, und der Mensch war Mensch. Weihnachten aber geschah das „Unmögliche“: Gott ging in die Menschheit ein. Seitdem ist Gott auch Mensch. Vorher noch nicht. Vorher half er von „außen“, jetzt ist er „mitten drin“ in unserer Existenz.

 

Jetzt nimmt er sich unser an, indem er unsere Existenz annimmt. Unüberbietbar. Bis zur Konsequenz des Todes!

 

Doch einen solchen Gott wollen wir Menschen gar nicht. Wir wünschen uns wohl einen Gott, der uns segnet, damit es uns gut geht. Der eingreift und hilft, wenn wir in Not sind – als Einzelne, als Volk oder Menschheit. Das reicht uns. Mehr bitte nicht – aber weniger bitte auch nicht.

 

Einen Gott aber, dem wir so sehr am Herzen liegen, dass er – um uns zu retten – selber in unser Sein kommt, das geht zu weit. Einen, der sich entäußert, schwach und elend wird, der uns von innen kennen lernt – uns dabei bloß stellt und zeigt, wer wir wirklich sind – den wollen wir Menschen nicht. Ein solcher Gott kommt uns zu nah. Ein Gott, der erdulden, erleiden und auf sich nehmen will, was wir ihm Böses antun, den können und wollen wir uns nicht vorstellen.

 

Aber es gibt nur DIESEN. Gott sei Dank für diesen Gott! Gott sei Dank für Weihnachten.
„Gottheit und Menschheit vereinen sich beide.“

Jetzt kann alles – alles – heil werden. Von innen nach außen.

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